Expertbook statt MacBook (Mein Weg)

Mein neues Asus Expertbook Mein neuer Laptop (Bild ist von Asus.com und dann von mir bearbeitet)

Mein erster Computer war ein Amiga 500 (eigentlich war er meinem Bruder, aber ich bin sicher, ich habe ihn viel mehr benutzt und an ihm rumgeschraubt). Danach gab es einen Windows-Rechner mit Windows ME und später einen mit Windows XP.

2004 kaufe ich mir dann für mein Studium (und vor allem, weil es eh schon lange mein Traum war) ein Apple PowerBook G4 für etwas über 3500 CHF. Mein erster eigener Mac und das erste Mal OS X. Aus meiner Schulzeit kannte ich noch die Apple Classic II Rechner.

Der Wechsel von Windows auf Mac war sehr spannend. Es gab so vieles zu entdecken und zu lernen. Am Anfang fühlte ich mich manchmal ein bisschen verloren, aber Schritt für Schritt wurde ich mit dem System vertrauter und schon bald fühlte ich mich richtig zu Hause.

Damals war noch OS X 10.3 aktuell und man konnte noch Mac OS (Classic) laufen lassen. Ich bin also echt schon eine Weile im Apple-Universum und habe sowohl den Wechsel von PowerPC-Prozessoren auf Intel und dann Jahre später auch zu Apple Silicon mitgemacht.

Nach dem Powerbook G4 hatte ich ein MacBook (ohne Zusatz), dann kurze Zeit das erste Macbook Air mehrere Macbook Pro und das erste ultraflache Macbook (wieder ohne Zusatz) und zum Schluss ein Macbook Air M1. Zusammen mit meiner Frau hatten wir verschiedene iMacs und auch Mac Minis. Aktuell steht ein iMac M3 an unserem gemeinsamen Arbeitsplatz und dient dort als Familiencomputer. Ich war immer sehr zufrieden mit der Hardware. Kaufen, auspacken, einschalten, und es läuft einfach, und zwar jahrelang. Und alles ist top verarbeitet, fasst sich gut an und wirkt wirklich hochwertig. Preis-Leistung ist einfach top!

Bei der Software und dem Betriebssystem ist meine Meinung gespalten. Mein Empfinden ist, dass der jährliche Zyklus für neue Betriebssysteme auf Kosten der Qualität geht. Wenn man jedes Jahr neue Funktionen präsentieren muss, dann bleibt wenig Zeit für die Qualität. Klar, macOS kann viel mehr als früher OS X, aber stabiler läuft es dann leider halt doch nicht.

Jetzt deutet der Titel ja an, dass ich mir nun keinen neuen Mac mehr gekauft habe und auch macOS verlassen habe. Und wer meine letzten Beiträge im Fediverse oder auch hier im Blog mitbekommen hat, weiss schon, dass ich mir tatsächlich nach 22 Jahren keinen neuen Mac mehr gekauft habe.

Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, auf Linux zu wechseln. Aber irgendwie merkte ich schnell, dass ich in dem Apple-Ökosystem so gefangen war, dass das gar nicht einfach werden würde. Und so fing ich vor etwa zwei Jahren an, meinen Umstieg zu planen. Ich schaute, wo ich mich an Apple gebunden hatte und wie ich da wieder rauskomme, und vollzog dann Stück für Stück den Wechsel. Ganz ohne Hektik und eins nach dem anderen.

  • Adressbuch, Kalender und Cloud: Da wechselte ich von iCloud zu kDrive von Infomaniak und ich bin sehr zufrieden damit.
  • Fotos: Auch hier musste ich einen Weg aus der iCloud suchen. Zuerst schaute ich mir Ente.io an. Ein super Dienst, aber ich wollte die Daten dann doch bei mir haben, und da überzeugte mich Immich am meisten. Und so nutzen wir nun als ganze Familie Immich lokal auf einem kleinen Server. Es läuft super und gerade die Kids lieben es, Fotos und Videos von früher anzuschauen. Auch der Frameo Bilderrahmen zeigt jetzt Fotos direkt aus der Immich-Datenbank an.
  • Keynote: Für meine Predigten arbeite ich ausschliesslich mit dem Programm Keynote. Eigentlich liebe ich die Software, aber Apple zerstört gerade seine Office-Suite mit dem blöden Pro-Abo. Es war also ohnehin ein guter Zeitpunkt, sich nach einer Alternative umzuschauen. Hängen geblieben bin ich dann bei Marp. Es war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick, aber sicher auf den zweiten.
  • Pages: Meine Predigten und auch sonst die meisten Textdokumente habe ich mit Pages geschrieben. Da bin ich zuerst zum SoftMaker Office gewechselt. Das passt auch soweit. Da ich aber Marp so mag, schreibe ich jetzt meine Predigten auch direkt als Markdown in Marp. Ich habe dazu extra ein eigenes Marp Theme und zuletzt sogar eine Marp-Suite programmiert. Für den Rest nutze ich nun neben SoftMaker auch immer mehr OnlyOffice.
  • Apple Notizen: Da habe ich mich für Joplin entschieden. Kann ich empfehlen, schaut es euch mal an.
  • Logos Biblesoftware: Logos gibt es leider nur für Mac und Windows. Da ich aber für die Software mit allen Modulen ein mittleres Vermögen bezahlt habe, möchte ich die Software unbedingt weiternutzen. Zum Glück geht das mit relativ wenig Einschränkungen auch im Webbrowser. Nicht perfekt, aber okay.
  • Apple Watch: Die habe ich verkauft und mir eine Sequent-Smartwatch gekauft. Ein echter Geheimtipp und gebraucht auch vom Preis her machbar. Ich habe die mit dem Solarzifferblatt und musste sie noch nie laden. Ich liebe es.
  • iPhone: Das behalte ich vorerst einfach. iPhone und Linux gehen gut zusammen.

Während ich Schritt für Schritt die Umstellung vorbereitete, habe ich auf einem alten MacBook Pro von 2012 auch bereits verschiedene Linux-Distros getestet. Schnell haben es mir Fedora Atomic und Solus angetan. Und beide haben ihre Stärken und Vorteile. Ich bin aber überzeugt, dass der Atomic-Gedanke die Zukunft von Linux sein wird (ob ich damit richtig liege, sehen wir dann in fünf bis zehn Jahren).

Nebst den Distros habe ich die verschiedenen Desktop-Umgebungen getestet. Durch Solus bin ich auf Budgie gestossen. Das mag ich eigentlich und kann es gerade auch für Einsteiger empfehlen. Aber rein optisch wirkt es dann für mich auch ein bisschen angestaubt. KDE sieht zwar toll aus, aber hat mich mit seinen Optionen und Menüs vollkommen erschlagen. Schliesslich komme ich von macOS und bin mir eine gewisse Schlichtheit gewöhnt. Darum hat mir dann auch Gnome gleich super gut gefallen. Rein ästhetisch sicher die schönste Oberfläche, aber noch deutlicher eingeschränkt wie ein Mac. Das war mir dann doch zu eng.

Und so testete ich auch noch Cosmic. Zuerst mit dem Panel oben und dem Dock unten. Ja, irgendwie nett, aber zu unruhig für mich. Also die andere Option mit dem Panel unten und ohne Dock noch ausprobiert, und so passt es wirklich gut. Irgendwie hatte ich gleich das Gefühl, von hier bist du zu Hause. Und so läuft nun also Fedora Cosmic in der Atomic Version auf meinem Asus Expertbook.

Stimmt, zur Hardwarewahl will ich auch noch etwas aufschreiben. Zuallererst: Weil ich so lange nur im Apple-Ökosystem gelebt habe, hatte ich keinen Überblick, was es da "draussen" alles noch gibt. Mein Wunsch war ein leises 13" oder 14" Gerät, das ungefähr wie mein MacBook Air war. Klein, mit einem wertigen Gehäuse, tollem Bildschirm und guten Lautsprechern. Da gibt es von einigen Herstellern Modelle, die infrage kommen würden. Vom Preis her dachte ich mal an ein Gerät so um die 1000 Franken. Für meine Recherche habe ich die KI genutzt und sie zu verschiedenen Modellen ausgefragt. Immer mit dem Ziel, dass Linux auf dem Gerät laufen soll. Ich hatte keine bestimmte Marke vor Augen und wollte einfach das Gerät kaufen, das gute Specs mit einem ansprechenden Desgin und gutem Preis verbindet.

Per Zufall bin ich dann in einem Onlineshop auf das Asus Expertbook gestossen und es hat mich direkt angesprochen (auch wenn es von der Verarbeitung her nicht an ein MacBook Air heranreicht). Aber mit 1400 Franken war es mir zu teuer. Auf meiner weiteren Suche habe ich das gleiche Modell dann als geprüfte Retoure für 200 weniger gefunden, und da bin ich schwach geworden. Ich weiss nicht, ob ich da jetzt für mein Geld das meiste herausgeholt habe, aber bis jetzt bin ich zufrieden mit dem Gerät. Auch weil Linux (Fedora) supergut auf dem Gerät läuft.

Ja, und so habe ich nun seit Dienstag also ein neues Gerät mit einem für mich neuen Betriebssystem, und es ist wie damals beim Wechsel auf den ersten Mac wieder aufregend. Es gibt so vieles zu entdecken und zu lernen. Und ich merke, dass es mir gut tut, die eingefahrenen Spurrillen mal wieder zu verlassen und mich auf etwas Neues einzulassen. Ich sage mir, dass mich das gedanklich jung hält (bitte lasst mir diese Vorstellung und pflichtet mir fleissig bei).

Wer mehr über meine kleinen Erfolge und Misserfolge beim Umstieg lesen möchte, folge mir im Fediverse. Gerne lese ich auch eure Kommentare hier. Habt ihr auch den Wechsel zu Linux gewagt, oder wäre das nichts für euch?

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